Gesundheitswoche Südwestpfalz Thema am 4. April Gesunder Schlaf

Am Donnerstag heißt das Thema der Gesundheitswoche Südwestpfalz: Gesunder Schlaf. Das Thema wird in vier Kurzvorträgen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Zum Abschluss erhalten die Besucher die Möglichkeit, das Schlaflabor des St. Elisabeth-Krankenhauses zu besichtigen.

Foto: Andrey_Popov / shutterstock.com

17.01.2019

Raucherentwöhnung oder Schlafverbesserung durch Hypnose
Stefanie Gundacker, Heilpraktikerin mit Praxis in Heltersberg

Raum U17 im UG des Nebengebäudes oberhalb des Krankenhauses.
18:00 Uhr

Besser atmen, besser schlafen 
Dr. med. Stefan Kniele, leitender Pneumologe im Westpfalzklinikum Kaiserslautern mit pneumologischer Praxis am Krankenhaus Rodalben, Internist, Pneumologe, Schlafmediziner 

Raum U17 im UG des Nebengebäudes oberhalb des Krankenhauses.
18:20 Uhr

Wenn Schäfchen zählen alleine nicht hilft 
Claudia Stemmer, Diplompsychologin 

Raum U17 im UG des Nebengebäudes oberhalb des Krankenhauses.
18:40 Uhr

So wie man sich bettet, so LEBT man – Den Mehrwert an Lebensqualität im Schlaf gewinnen
Diplom Ingenieur Michael Steller, AgS Schlafsysteme

Raum U17 im UG des Nebengebäudes oberhalb des Krankenhauses.
19:00 Uhr

Besichtigung Schlaflabor am St. Elisabeth-Krankenhaus
ab 19:30 Uhr

 

Schlafstörungen und zu wenig tiefer, und nichterholsamer Schlaf führen zu Müdigkeit, plagender Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist vermindert. Schlafstörungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Zu Jahresbeginn 2015 wurde im St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben ein Schlaflabor mit 4 Überwachungsplätzen eröffnet. Damit bietet das Krankenhaus betroffenen Patienten die Möglichkeit alle bekannten Schlafstörungen zu diagnostizieren und danach das optimale Therapieverfahren individuell einzuleiten. 

Mit dem Thema Raucherentwöhnung oder Schlafverbesserung mittels Hypnosetherapie beschäftigt sich Stefanie Gundacker. Sie ist als Heilpraktikerin, seit 5 Jahren in eigener Praxis tätig, Dozentin, Autorin mehrerer Fachartikel beim Haug-Verlag, Hypnose-Coach, Hypnosetherapeutin und Therapeutin für Hypnoanalyse.

Was das Bewusstsein schon längst weiß, nämlich, dass Rauchen die Gesundheit gefährdet, verantwortlich ist für viele Atemwegserkrankungen und Schlafprobleme, dass es viel Geld kostet und vieles mehr, wird dem Unterbewusstsein während der Hypnosesitzung vermittelt. Denn das Unterbewusstsein eines Rauchers sagt: Gönn Dir die Pause, Du hast Dir eine Zigarette verdient, es ist doch so schön gesellig, und, und, und. Wenn nun Bewusstsein und Unterbewusstsein das gleiche Wissen besitzen, steht der Raucherentwöhnung nichts mehr im Weg. 

Häufig besteht die Befürchtung, während der Hypnose willenlos oder ausgeliefert zu sein. Dem ist nicht so! Man hört alles und kann sich im Anschluss an die Behandlung an alles erinnern. Und bei aufkommender Panik oder ungutem Gefühl kann der Patient selbst jederzeit die Sitzung unterbrechen. Dies kommt äußerst selten vor! 

Meistens genügt eine einzige Sitzung um das Nichtrauchersein herbeizuführen, manchmal sind 2 bis maximal 3 Sitzungen notwendig. Ein Heilversprechen gibt es nicht, denn jeder reagiert anders. Jedoch ist die Erfolgsquote mit über 80 % sehr hoch. Bei der Raucherentwöhnung wird sowohl mit der Rückführung zur allerersten Zigarette, als auch mit Suggestionen, dem Ändern von Glaubenssätzen gearbeitet. Außerdem wird schon während der ersten Sitzung der Gedanken von „Ersatzbefriedigungen“ wie z. B. Süßigkeiten weggelenkt, hin zu vermehrtem Wassertrinken als Ersatz. 

Auch bei Schlafproblemen, wie Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen kann Hypnosetherapie sehr hilfreich sein. Wenn der Patient sich selbst schlecht beruhigen oder entspannen kann, dann können unter Hypnose bestimmte Techniken verankert werden, wie er selbst wieder zur Erholung findet. Er lernt quasi eine Selbsthypnose bzw. tiefe Entspannung herbeizuführen. 

Dr. med. Stefan Kniele, Internist, Pneumolge, Schlafmediziner, leitender Pneumologe im Westpfalzklinikum Kaiserslautern mit pneumologischer Praxis am Krankenhaus Rodalben beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Einfluss von Asthma/COPD und Lungenemphysem auf den Schlaf?

Verschiedene Ursachen führen bei Patienten mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen häufig zu einem gestörten Schlaf. Die Zunahme der Atemwegsverengung kann zu Luftnot- und Hustenanfällen und damit auch zu Weckreaktionen führen, wodurch wiederum der Schlaf erheblich gestört wird. Durch die Atemwegsobstruktion kann es gleichzeitig aber auch zu einer Zunahme des Rückflusses von Magensäure in die Speiseröhre (sog. gastro-ösophagealer Reflux) kommen, der wiederum auch zu Weckreaktionen führt oder aber zu einer Zunahme der Atemwegsobstruktion. Dieses führt zuguterletzt zum Auftreten von Atemwegssymptomen während des Schlafs. Darüber hinaus sind fast alle Medikamente, die zur Behandlung der COPD angewandt werden, in der Lage, den Schlaf zu stören.
Es wundert daher nicht, dass Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen doppelt so häufig wie Lungengesunde Ein- und Durchschlafstörungen aufweisen. Der gestörte bzw. nicht ausruhende Schlaf führt dann häufig zu einer vermehrten Tagesschläfrigkeit mit gesteigerter Einschlafneigung.

Im Schlaf wird typischerweise die Liegeposition eingenommen. Hierdurch kommt es – auch unabhängig vom Schlafeintritt – bereits zu einer Abnahme der Lungenvolumina. Bei Übergewicht ist dieser Effekt besonders ausgeprägt, da die Bauchweichteile den Brustkorb zusätzlich einengen. Tritt dann der Schlaf ein, führt dieser wiederum zusätzlich durch Abnahme des Atemantriebs. Beim Lungengesunden hat dies keinen Krankheitswert, beim Patienten mit COP/Asthma und Lungenemphysem können hierdurch aber kritische Verschlechterungen der Blutgaswerte entstehen. Letzteres kann dann am anderen Morgen zu Kopfschmerzen, allgemeiner Abgeschlagenheitsgefühl, Müdigkeit beim Aufstehen bis hin zur Benommenheit führen. Schon bei am Tage noch normale Blutgaswerte aufweisenden Patienten mit COPD treten in mehr als 30% krankhafte nächtliche Sauerstoffabfälle auf, die aber nicht ihre Ursache in einer Schlafapnoe haben, sondern durch die beschriebenen schlaftypischen Veränderungen der Atmung bedingt sind. Diese nächtlichen Veränderungen des O2- und CO2-Profils werden vor allem bei COPD-Patienten, die tagsüber mit ihren Blutgaswerten gerade noch im Normbereich liegen, beobachtet. Als klinische Auswirkungen werden eine Verschlechterung der Schlaf- und Lebensqualität, aber auch die Förderung eines Lungenhochdrucks oder sogar eine erhöhte Sterblichkeit diskutiert. Was kann man tun?

Hat ein lungenkranker Patient Schlafstörungen, ist er tagsüber müde oder wacht er regelmäßig morgens mit Kopfschmerzen auf, so ist eine genaue Untersuchung des Schlafs notwendig. Ist die Atemwegserkrankung noch nicht optimal therapiert, so ist dies zu allererst anzustreben.

Im dritten Vortrag des Abends geht es um die häufigste nicht organische Schlafstörung, die psychophysiologische Insomnie. Die Diplom-Psychologin Claudia Stemmer wird darin zunächst die Charakteristika des gesunden Schlafes erläutern, bevor die Problematik bei Ein- und Durchschlafstörungen betrachtet wird. Bei diesen Schlafstörungen führt eine erhöhte körperliche und geistige Anspannung dazu, dass Betroffene keinen erholsamen Schlaf aufbauen können. Stress, schlafstörende Verhaltensweisen oder Schwierigkeiten gedanklich abzuschalten spielen dabei eine große Rolle. Häufig nehmen die Beschwerden mit dem Lebensalter zu. Die Folge sind nicht nur Müdigkeit und Erschöpfung am Tag sondern auch eine deutlich verminderte Lebensqualität und weitreichende Beeinträchtigungen. 

Im weiteren Verlauf des Vortrages werden daher therapeutische Möglichkeiten zur Verbesserung der Schlafqualität vorgestellt. Im Bereich der nicht medikamentösen Therapieverfahren gehören hierzu insbesondere schlafhygienische Maßnahmen und Möglichkeiten der Entspannung, um das der Schlafstörung zu Grunde liegende erhöhte Anspannungsniveau zu reduzieren und wieder zu einem erholsameren Schlaf zu finden. 

Im letzten Vortrag des Abends wird Dipl.-Ing. (FH) Michael Steller, der Gründer der Firma AgS Schlafsysteme die Zuhörer auf eine Reise durch unsere Schlafkultur entführen und zeigen, wie sich der allseits bekannte Spruch: So wie ich mich bette, so liege ich … umwandelt in: So wie ich mich bette, so LEBE ich!

Seit 1995 sammelt Michael Steller Erfahrungen bezüglich dieses Themas, die er gerne in Vorträgen, gespickt mit dem nötigen Ernst, aber auch mit Humor, seinen Zuhörern vermittelt. 

Um gesund und erholsam schlafen zu können, benötigt der Mensch einige Voraussetzungen. Eine davon ist, dass der Schläfer so liegt, dass sich die Muskulatur entspannen kann, der Liegedruck des Körpers gleichmäßig verteilt ist und die Wirbelsäule bzw. Wirbel so gelagert sind, dass sie nicht auf die Bandscheiben drücken. Dafür braucht man eine Grundlage. Diese Grundlage ist die Matratze. Zusätzlich muss die Schlafunterlage so aufgebaut sein, dass sie auch noch funktioniert, falls man abnimmt oder zunimmt. Aber auch die Hygiene darf nicht zu kurz kommen. Der Mensch verliert jede Nacht ca. ein Liter Flüssigkeit (Schweiß). Davon geht ungefähr ein Drittel in die Matratze. Ein sehr sensibles Thema.

Ein weiteres Thema den Schlaf betreffend, ist auch die Oszillationstherapie, welche in unsere Matratze integriert werden kann. Durch mechanische Schwingungen kann die Muskulatur entspannt werden. Ist die Muskulatur entspannt, kann das das Ein- und Durchschlafverhalten fördern. Mittels einer Liegedruckmessung kann innerhalb weniger Minuten das ganz persönliche Liegeprofil erstellt werden.

Nach dem letzten Vortrag, um etwa 19.30 Uhr erhalten die Besucher Gelegenheit, das Schlaflabor des St. Elisabeth-Krankenhauses Rodalben zu besichtigen. Es besteht auch die Möglichkeit Masken und Therapiegeräte anzuschauen. Die Mitarbeiter des Schlaflabors stehen für Fragen und Erläuterungen bereit.

St. Elisabeth-Krankenhaus

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