Sie treten in eine große Geschichte ein

Indische Ordensschwestern wurden am Sonntag, den 22. April 2018 in einem Gottesdienst eingeführt.

Der Geschäftsführer des St. Elisabeth-Krankenhauses Rodalben, Michael Osypka, die drei neuen Ordensschwestern Tincy Kottayil, Mary Pallikudiyil, Vimal Jose sowie Pfarrer Franz Ramstetter in der Kirche St. Joseph

23.04.2018

Am vergangenen Sonntag wurden in einem Gemeindegottesdienst die ersten indischen Ordensschwestern, die von nun an ihren Dienst im St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben tun, eingeführt.

Mit dem Weggang der Mallersdorfer Schwestern aus dem St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben im vergangenen Jahr, endete eine über hundertjährige Geschichte für das Rodalber Haus. Doch es ist gelungen einen Orden zu finden, der in die Nachfolge eintritt: der indische Orden „Kongregation der Schwestern des heiligsten Herzen Jesu“. Voraussichtlich vier Schwestern werden nach Rodalben entsendet.

Schwester Tincy Kottayil und Schwester Vimal Jose, sind bereits in den Konvent des Hauses eingezogen. Die dritte Schwester, Mary Pallikudiyil, wird im Juli nach Rodalben ziehen und eine weitere Schwester wird im nächsten Jahr erwartet. Alle sind ausgebildete Krankenschwestern und werden als solche auf den Stationen des Krankenhauses arbeiten.

Nach dem sonntäglichen Gottesdienst, der von den Chören der Rodalber Gemeinden mitgestaltet wurde, hieß Pfarrer Franz Ramstetter, der auch Stiftungsratsvorsitzender des St. Elisabeth-Krankenhauses ist, die drei Schwestern im Krankenhaus, in Rodalben und in der Kirchengemeinde St. Josef willkommen. Er freue sich, dass die Schwestern „in eine große Geschichte eintreten“, mit ihrer Arbeit das Krankenhauspersonal unterstützen und ganz besonders, dass sie den guten Geist des Hauses weitertragen und stärken.

Danach stellten die drei Schwestern sich selber kurz vor. Alle drei sind bereits lange Zeit in Deutschland und haben Erfahrung in der Arbeit als Krankenschwestern. Zum Schluss sagte Schwester Mary Pallikudiyil noch einige Worte zu ihrem Orden.

Die „Kongregation der Schwestern des heiligsten Herzen Jesu“ hat seinen Ursprung im Südwesten Indiens, in Palai, Kerala, und wurde 1911 von Pfarrer Matthew Kadalikattil gegründet. Heute gehören der Kongregation des päpstlichen Rechts etwa 4.000 Schwestern, verteilt in elf Provinzen, an.

Der Gründer des Ordens, Pfarrer Matthew Kadalikattil, war als „Vater der Armen“ bekannt. Speziell nahm er sich der „Unberührbaren“ im traditionellen indischen Kastensystem an, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen waren. Für sie richtete er unter anderem eine Schule ein. Als Helfer für seine wohltätige Arbeit fand er einige junge Frauen, die eine Berufung für ein religiöses Leben in Gemeinschaft fühlten. Mit ihnen gründete er den Orden der Schwestern des Heiligsten Herzens Jesu. In der von Pfarrer Matthew selbst verfassten Ordensregel wird besonderer Wert auf die Betreuung von Armen, Waisen und alten Menschen gelegt.

Viele junge Frauen zog es in die neu gegründete Gemeinschaft. Am Todestag von Pfarrer Matthew, dem 23. Mai 1935, gab Papst Pius XI die Genehmigung, die Kongregation offiziell anzuerkennen. 1976 wurde sie vom Vatikan zu einer Gemeinschaft nach „Pontifikal Recht“ aufgewertet.

Heute bringen die Schwestern nach den Regeln des Ordens die barmherzige Liebe des heiligsten Herzens Jesu zu Armen, Kranken und Not leidenden Menschen. Sie tun ihren Dienst zum Beispiel in Schulen (etwa für Taubstumme oder geistig Behinderte), Krankenhäusern, Kinderheimen, Alten- und Behinderteneinrichtungen, Internaten, Wohnheimen und Waisenhäusern.

Ebenso wichtig oder wichtiger sind für sie aber Gebet, geistliche Lesungen und die innerliche und liturgische Verehrung des heiligsten Herzens Jesu. Mehrmals täglich treffen sich die Schwestern, um gemeinsam das Gotteslob zu beten, die Eucharistie zu feiern und die Anliegen des Hauses, der Kirche und der Welt vor den Herrn zu tragen.

„Unser Ziel ist, Gottes barmherzige Liebe weiterzugeben durch unser Wort und unser Tun“, sagen die Schwestern. So werden von nun an nicht nur die Mitarbeiter des St. Elisabeth-Krankenhauses wieder durch Ordensschwestern unterstützt, sondern sie werden auch, wie die dort behandelten Kranken wieder in deren Gebete eingeschlossen.

Im Anschluss wurden die Schwestern bei einem Essen in der Cafeteria des Krankenhauses von Geschäftsführer Michael Osypka herzlich begrüßt. 

Einige Bilder von der offiziellen Begrüßung der Schwestern finden Sie hier.

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