Die Mallersdorfer Schwestern lösen ihren Konvent im St. Elisabeth-Krankenhaus in Rodalben auf

In diesem Jahr sagen die Schwestern Rodalben auf Wiedersehen

29.09.2017

Generaloberin und Generalrat der Mallersdorfer Schwestern haben der St. Elisabeth-Stiftung Ihren Beschluss mitgeteilt, den Ordenskonvent in Rodalben zum 30.11.2017 aufzulösen. Altersgründe und Nachwuchsmangel führten zu diesem schweren Entschluss, so die Ordensleitung.

Schwester Vilena und Schwester Viola traten bereits am 29. Mai ihre Heimkehr ins Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Mallerdorf an. Schwester Domitilla, Schwester Ilsetrud, Schwester Trudhilde und Schwester Walburga werden Rodalben dann im November 2017 verlassen. Alle Ordensfrauen verbringen dort ihren Lebensabend und übernehmen, wenn möglich, im Kloster Aufgaben.

Das Krankenhaus ohne die Schwestern scheint den Mitarbeitern und vielen Patienten undenkbar. Die Schwestern gehörten zum St. Elisabeth-Krankenhaus dazu. Sie begannen Ihre Tätigkeit vor
mehr als hundert Jahren und begleiteten die Entwicklung von einer kleinen Pflegestation hin zu einem fest etablierten Krankenhaus der Grundversorgung, das heute einen sehr hohen medizinischen Standard aufweisen kann. Sie waren immer darauf bedacht, dass in "Ihrem Krankenhaus" eine christliche und familiäre Atmosphäre entstehen und ein vertrauensvolles Miteinander gepflegt werden konnte.

Der Abschied schmerzt die Beschäftigten des St. Elisabeth-Krankenhauses, gehörten die Schwestern doch zur "Krankenhausfamilie", wo sie die Entwicklung und den Fortbestand des Hauses im letzten und zu Beginn dieses Jahrhunderts wesentlich geprägt haben.

Es ist eine sehr lange und schöne Geschichte, welche das Zusammenleben zwischen den Einwohnern von Rodalben, dem Krankenhaus und ihren Ordensschwestern und die alle Beteiligten bis heute intensiv verbindet.
Auch das Krankenhausdirektorium denkt gerne an die lange, immer vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle des Krankenhauses zurück. Den Ordensschwestern ist in der gesamten Zeit seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch der Patienten des Krankenhauses immer eine große Wertschätzung entgegengebracht worden.
Für den bereits 1903 gegründeten Elisabethenverein konnte der damalige Pfarrer Dengel mit Erfolg das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen in Mallersdorf für das neue caritative Unternehmen in Rodalben gewinnen. Bald darauf, am 3. April 1907, übernahmen die ersten drei Schwestern die ambulante Krankenpflege in Rodalben.
Während sie zunächst noch in Miete wohnten, stand den Schwestern ab 1908 das neue Haus am Kirchberg sowohl als Wohnung als auch als Krankenpflegestation zur Verfügung. Hieraus entwickelte sich dann im Laufe des letzten Jahrhunderts das St. Elisabeth-Krankenhaus.
Gehörten in den 60er Jahren noch 19 Ordensschwestern zum Stammpersonal in Rodalben, verringerte sich ihre Zahl im Laufe der Zeit stetig, so dass derzeit nach dem altersbedingten Weggang von Schwester Angela Feldmaier im letzten Jahr, noch 6 Ordensschwestern ihre Heimat im Rodalber Krankenhaus haben.

Der selige Pfarrer Paul Josef Nardini, der Gründer der Armen Franziskanerinnen von Mallersdorf (Mallersdorfer Schwestern) hatte folgenden Leitsatz ausgesprochen:
"Die Liebe Christi drängt uns - Caritas Christi urget nos“. Entsprechend diesem Grundsatz waren und sind die Schwestern von Anfang an bis heute bemüht, den Glauben auch bei der Patientenbetreuung zu leben und ständig weiterzugeben. Obwohl bereits älter geworden, fühlen sie sich wohl und können immer noch täglich ihren jeweiligen Aufgaben nachgehen. Sie sind im Krankenhaus immer gerne gesehen und werden immer wieder als Ansprechpartner gesucht.

Schwester Oberin Trudhilde Busch besuchte die Krankenpflegeschule in Mallersdorf , arbeitete dort einige Jahre als Krankenschwester bevor sie an der Fortbildungsakademie in Köln-Hohenlind die Ausbildung für leitende Aufgaben im Krankenhaus und Krankenpflegeschule absolvierte. Im Rodalber Krankenhaus übernahm sie 1968 die Leitung der Krankenpflegeschule und wurde 1993 als Pflegedirektorin ernannt. Seit dieser Zeit ist sie auch Hausoberin und für alle jederzeit erreichbar.

Schwester Ilsetrud Kappenberger ist seit 1959 in Rodalben tätig. Sie war von Anbeginn im Verwaltungsbereich eingesetzt, ordnete das Rechnungswesen und führte die kaufmännische Buchhaltung ein. Neuem immer aufgeschlossen, durfte sie die Einführung der ersten EDV begleiten. Nach einem berufsbegleitenden Studium an der Wirtschaftsakademie in Blieskastel hat sie als frisch diplomierte Betriebswirtin 1993 die Aufgabe der Verwaltungsleitung übertragen bekommen. Gesundheitlich ein wenig angeschlagen hat sie 2013 diese Aufgabe an den neuen Kaufmännischen Direktor, Herrn Kropp, abgetreten, unterstützt ihn jedoch weiterhin bei seiner täglichen Arbeit.

Schwester Domitilla Moritz wirkt seit 1990 im St. Elisabeth-Krankenhaus. Im städtischen Krankenhaus Weiden war sie zur Krankenschwester ausgebildet worden. Danach arbeitete sie mehrere Jahre in der Kinderklinik des Nardinihauses in Pirmasens, danach im Kreiskrankenhaus in Forchheim/Franken. An der Katholischen Akademie in Regensburg erwarb sie die Befähigung als Stationsleiterin, bevor sie nach Rodalben kam und als Stationsschwester in der Inneren Abteilung eingesetzt wurde. Nach einer Weiterbildung im Bereich der Palliativmedizin hat sie den Aufbau unserer Palliativstation mit unterstützt und deutlich geprägt. Sie verbringt dort viel Zeit bei der Begleitung der ihr anvertrauten sterbenskranken Patienten.

Schwester Walburga Frank absolvierte nach dem Besuch der Realschule im Kloster Mallersdorf und ihrem Eintritt in den Orden die Ausbildung zur Krankenschwester. Danach wurde sie in Roding/Bayerischer Wald eingesetzt, bevor sie im Städtischen Krankenhaus in Dachau tätig war. Berufsbegleitend hat sie die Weiterbildung zur Stationsleitung im Klinikum Rechts der Isar absolviert. 1997 kam sie dann nach Rodalben ins Krankenhaus und war lange Jahre als Stationsleitung der Orthopädischen Abteilung tätig. Mit Gründung des ambulanten Aufwachraums hat sie die Leitung dort übernommen und viele Patienten des Kreises und weit darüber hinaus vor und nach ihren Operationen bzw. ihren Chemotherapien betreut. Daneben pflegt sie einen engen Kontakt mit vielen früheren Patientinnen und Patienten.

Schwester Viola Schwarzfischer ließ sich im Mallersdorfer Orden zur Krankenschwester ausbilden und blieb vorerst in Bayern, bevor sie 1964 nach Rodalben wechselte. Hier war sie als Stationsschwester auf der Entbindungsstation vielen Rodalbern bekannt. Im Alter betätigte sie sich als Organistin und Sakristanin in der Hauskapelle.

Schwester Vilena Wegmann stammt ursprünglich aus Dahn. Nach dem Besuch der Krankenpflegeschule in Mallersdorf wirkte sie in Otterberg (ambulante Pflege der Sozialstation), in Oggersheim, St. Ingbert und Amberg (Altenpflege im Altersheim). 1995 kam sie ins Rodalber Krankenhaus und leistete ihren Dienst an der Wohnheimpforte. Hier ist sie für jeden Besucher und Mitarbeiter erste Kontaktperson. Daneben verrichtet sie verschiedenste Näh-Flick und Haus- und Gartenarbeiten.

Bis zum heutigen Tag wirkten 85 Mallersdorfer Schwestern im St. Elisabeth-Krankenhaus. Sie haben vielen tausend Menschen durch ihre segensreiche Tätigkeit geholfen und sie während ihrer Krankheit begleitet. Den Geist ihres Wirkens haben die Schwestern an zahlreiche Pflegekräfte des Rodlaber Krankenhauses, von denen noch heute viele hier arbeiten, weitergegeben.

Am 19. November, dem Gedenktag der Hl. Elisabeth, findet die Verabschiedungsfeier für die Schwestern am St. Elisabeth-Krankenhaus Rodalben mit einem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef statt. Anschließend besteht noch einmal die Gelegenheit, sich persönlich von den Schwestern zu verabschieden.

St. Elisabeth-Krankenhaus

Kirchbergstraße 14
66976 Rodalben
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